Simone Singer

Rechtsanwältin Ihres Vertrauens für Arbeitsrecht

Auflösungs- oder auch Aufhebungsvertrag, Vorsicht!!!

Ein Auflösungsvertrag lässt sich am besten als schriftliche Beendigung eines Arbeitsverhältnisses in beidseitigem Einverständnis definieren. Geht es darum, ein Arbeitsverhältnis möglichst zeitnah zu beenden, ist der Auflösungsvertrag eine gute Möglichkeit, genau dies zu erreichen. Sie sind an keine Kündigungsfristen gebunden, sondern können bereits einen sehr kurzfristigen Termin mit Ihrem Arbeitgeber aushandeln.
Dies ist beispielsweise dann von Vorteil, wenn Sie bereits die feste Zusage zu einem neuen Job haben und dort so schnell wie möglich einsteigen wollen.

Besonders aus finanzieller Sicht kann sich unter gewissen Umständen ein Auflösungsvertrag bezahlt machen. Bei einer Kündigung erhalten Sie schließlich gar nichts und auch wenn Sie keinen Anspruch auf eine Abfindung haben, bieten Arbeitgeber diese in der Regel an, um eine mögliche Kündigungsschutzklage zu vermeiden.
Die Abfindungshöhe beträgt dabei in der Regel zwischen 0,25 und 0,5 Brutto-Monatsgehälter pro Jahr, das Sie bei dem Unternehmen beschäftigt waren.

Sie können eine Sperrzeit beim Arbeitsamt erhalten! Der größte und für Arbeitnehmer oft wichtigste Nachteil: Durch die Unterzeichnung eines Auflösungsvertrages können Sie von der Agentur für Arbeit eine Sperre erhalten. Es handelt sich dabei um die freiwillige Aufgabe eines sicheren Arbeitsplatzes.
In einer gemäß §158 Abs. 1 Nr. 1 Drittes Buch Sozialgesetzbuch (SGB III) 12-wöchigen Sperrzeit hat der Ex-Arbeitnehmer keinerlei Anspruch auf Arbeitslosengeld (ALG).

Ist Ihre Unterschrift einmal auf dem Auflösungsvertrag, ist dies endgültig. Solange Sie nicht nachweisen können, dass Sie gezwungen wurden, den Vertrag zu unterschreiben, haben Sie kaum Aussicht auf Erfolg.
Selbst wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen ansonsten eine fristlose Kündigung androht, gehen Arbeitsgerichte davon aus, dass Sie freiwillig dem Vertrag zugestimmt haben und somit bleibt dieser bestehen.

Mein Tipp: Lassen Sie einen Auflösungsvertrag unbedingt von einem Experten für Arbeitsrecht überprüfen.